Tor: Auch wenn sich personell im Kasten der Herthaner nichts getan hat, ist noch nicht klar, wer am 1. Spieltag das Tor hüten wird. Thomas Kraft scheint die Nase vorn zu haben. Dahinter scharren allerdings Rune Jarstein und der frischgebackene U19-Europameister Marius Gersbeck, der im Juni einen Profivertrag unterschrieb, mit den Hufen. Philip Springt wurde zu den Amateuren degradiert, Sascha Burchert ist aktiv auf der Suche nach einem neuen Klub.

Abwehr: Bedarf hatte Coach Luhukay in der Verteidigung insbesondere hinten links angemeldet, wo Johannes van den Bergh und Nico Schulz nicht überzeugen konnten und Routinier Levan Kobiashvili die Treter an den Nagel hing. Neuer Hoffnungsträger ist Marvin Plattenhardt, Neuzugang vom 1. FC Nürnberg. 500.000 Euro überwiesen die Hauptstädter für den 22-Jährigen ins Frankenland. Wunschlösung wäre wohl Matthias Ostrzolek vom FC Augsburg gewesen, der dem Berliner Sportclub aber zu teuer war und stattdessen für 2,75 Millionen Euro zum Hamburger SV gewechselt ist.

Zudem holte man sich mit dem niederländischen Fußballer des Jahres 2008, Johnny Heitinga, viel Erfahrung ins Boot. Der 30-jährige Innenverteidiger kam ablösefrei von Premier League-Absteiger FC Fulham ins Olympiastadion und dürfte gesetzt sein. Daneben kämpfen Kapitän Fabian Lustenberger und Sebastian Langkamp um einen Stammplatz. Youngster Anthony Brooks dürfte das Nachsehen haben. Als Rechtsverteidiger ist der Slowake Peter Pekarik weiter gesetzt.

Mittelfeld: Trainer Luhukay hatte nach der abgelaufenen Saison einen expliziten Wunsch: Die Flügel sollten unbedingt qualitativ aufgerüstet werden. Gesagt, getan. Mit Valentin Stocker (3,5 Mio./FC Basel) und Roy Beerens (1,5 Mio./AZ Alkmaar) ließ die Hertha durchaus aufhorchen. Die neue Flügelzange der Berliner sorgt für hohe Erwartungen bei Fans und Verantwortlichen. Vergangene Saison waren gerade diese beiden Positionen als Schwachstellen der ‚Alten Dame‘ ausgemacht worden. Zu häufig war Top-Torjäger Adrián Ramos auf sich allein angewiesen und vermisste die Unterstützung von außen.

Einiges verspricht man sich auch von Neuzugang Jens Hegeler, der für 900.000 Euro von Bayer Leverkusen in die Hauptstadt kam. Der 26-Jährige ist im Mittelfeld polyvalent einsetzbar, spielte bei den Rheinländern meist auf dem Flügel, während seiner Zeit in Augsburg aber im defensiven Mittelfeld. Am wohlsten fühlt sich Hegeler aber in der Zentrale, auf der Acht. Und genau dort darf er unter Luhukay wohl auch spielen. Damit ersetzt der baumlange Mittelfeld-Allrounder Per Skjelbred, der zum HSV zurückkehren musste, beziehungsweise den verletzten Tolga Cigerci.

Angriff: Hier klafft nach wie vor die größte Lücke. Der Abgang von Top-Stürmer Adrián Ramos zu Borussia Dortmund kann nur im Kollektiv kompensiert werden. Julian Schieber, der im Gegenzug vom BVB zur Hertha wechselte, wird die hohe Last kaum allein stemmen können. Auch Pierre-Michel Lasogga wurde nach der Ausleihe vergangene Saison an den HSV verkauft. Ein Angreifer mit Qualität soll unbedingt noch folgen. Die japanische Neuverpflichtung Genki Haraguchi dürfte unterdessen zunächst nur sehr geringe Einsatzchancen haben.

Die voraussichtliche Aufstellung:





Kadercheck:

- FC Bayern München

- SC Freiburg

- 1. FC Köln

- Werder Bremen

- Eintracht Frankfurt

- Bayer Leverkusen

- TSG Hoffenheim

- VfB Stuttgart

- Hannover 96

- FSV Mainz 05

- Borussia Dortmund

- FC Augsburg

- Schalke 04

- SC Paderborn

- Hamburger SV