Nach vier Jahren im absoluten Liga-Mittelmaß will der VfL Wolfsburg endlich wieder nach Europa. Der neue Trainer Paul Simonis soll das wahre Potenzial des Kaders ausschöpfen, der bisher nur geringfügig verstärkt wurde. Weitere Neuzugänge sollen kommen – aber nicht zu jedem Preis.

VfL Wolfsburg (3 Zugänge | 7 Abgänge)
Der VfL Wolfsburg will endlich wieder in den Europapokal. Seit Jahren gehören die Niedersachsen zu den Klubs mit dem größten Transferdefizit der Liga, im sportlichen Ergebnis macht sich das jedoch nicht positiv bemerkbar. Die Wölfe sind zu einem reinen Mittelfeldteam verkommen. Das soll unter dem bisher eher unbekannten neuen Coach Paul Simonis besser werden, den der VfL von den Go Ahead Eagles aus den Niederlanden losgeeist hat.
Bisher hält sich Wolfsburg auf dem Transfermarkt noch weitestgehend zurück. Neben der Festverpflichtung der Leihspieler Mohamed Amoura (25) und Denis Vavro (29) halten sich die Zugänge aktuell noch in Grenzen. Das soll sich jedoch noch ändern. Zudem schwebt jedoch ein drohender Amoura-Abgang im Raum. Der beste Scorer der vergangenen Saison liebäugelt mit einem Abgang zu Benfica. Auch Stamm-Innenverteidiger Konstantinos Koulierakis (21) wird heftig umworben.
Die Zugänge
Vini Souza (26) von Sheffield United für 15 Mio.
Aaron Zehnter (20) vom SC Paderborn für 4,5 Mio.
Jesper Lindström (25) von der SSC Neapel (Leihe)
Nennenswerte Abgänge
Tiago Tomás (23) zum VfB Stuttgart für 13 Mio.
Sebastiaan Bornauw (26) zu Leeds United für 6 Mio.
Cédric Zesiger (27) zum FC Augsburg für 4 Mio.
Lukas Nmecha (26) zu Leeds United (ablösefrei)
Kevin Behrens (34) zum FC Lugano (ablösefrei)
Bartosz Bialek (23) zu Darmstadt 98 (ablösefrei)
Jakub Kaminski (23) zum 1. FC Köln (Leihe)
Was wird noch gesucht?
Die offenen Planstellen befinden sich bei den Wölfen vor allem in der Abwehr und im Angriff. Kommen soll auf alle Fälle noch mindestens ein Innenverteidiger. Kevin Lomónaco (23) von Independiente ist aktuell der heißeste Kandidat. Auch ein neuer Rechtsverteidiger soll her, im Visier: Trai Hume (23) vom AFC Sunderland, Milan van Ewijk (24) von Coventry City, Andrei Ratiu (27) von Rayo Vallecano und Zakaria El Ouahdi (23) vom KRC Genk. Für die linke Offensivseite steht Abdallah Sima (23) von Brighton auf der Liste. Händeringend gesucht wird auch ein echter Mittelstürmer, erst recht, falls Amoura gehen sollte. Josh Sargent (25/Norwich) war nicht zu bezahlen. Nikola Krstovic (25) von US Lecce könnte eine kostengünstigere Alternative sein.
Wichtigster Transfer
Aus der zweiten englischen Liga verpflichtete der VfL Vini Souza und legte dabei satte 15 Millionen Euro auf den Tisch. Der Brasilianer ist ein routinierter Sechser, der seine Fähigkeiten vor allem in der Defensive hat, aber auch im Spielaufbau überzeugen kann. Unter Coach Simonis agierte der 26-Jährige in einigen Testspielen sogar als eine Art Spielmacher aus der Tiefe. Der Rechtsfuß soll das Spiel der Wölfe ordnen.



Das Zwischenfazit
Der VfL Wolfsburg ist wie in den vergangenen Jahren schwer einzuschätzen. Lediglich drei (wirklich starke) Neuzugänge haben bisher den Weg in die Autostadt gefunden, vor allem im Sturmzentrum muss der Klub noch qualitativ nachlegen. Doch im Grunde hat der VfL eine starke Mannschaft, die die PS in der Vergangenheit aber einfach nicht auf die Straße bekommen hat. Die Aufgabe von Neu-Coach Paul Simonis ist es also, das schlafende Potenzial zu wecken. Eine Mission, an der in den vergangenen Jahren einige Trainer gescheitert sind. Weitere Transfers könnten helfen, diese lassen aber noch auf sich warten, da Wolfsburg in diesem Jahr nicht jeden Mondpreis bezahlen will, wie bei den Sargent-Verhandlungen klar wurde.
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